Dalia Grinkevičiūtė: Aber der Himmel – grandios (1949/2016)

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Als junges Mädchen wird Dalia in einen Gulag ans Polarmeer verbannt. Tausende Kilometer von ihrer Heimat Litauen entfernt, den Tod durch Hunger, Kälte und Krankheit direkt vor Augen. Als ihr schließlich die Flucht gelingt, schreibt sie ihre Erinnerungen auf und vergräbt sie im heimischen Garten – gerade noch rechtzeitig, bevor sie vom KGB gefasst und zurückgebracht wird. Erst 1991 wird das Manuskript wiederentdeckt und gehört seitdem zum Kanon der litauischen Nationalliteratur. Ein wahrer – und deshalb umso verstörender – Erfahrungsbericht aus dem Inneren eines menschenverachtenden Systems.

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[Leserunde] #Ecolesen: Abschluss und Fazit

Beitrag 5
In welchem die Leserunde zum Abschluss gebracht, Resümee gezogen und „Der Name der Rose“ endgültig zugeschlagen wird.

Mit „Der Name der Rose“ hat auf dem Wissenstagebuch-Blog die erste Leserunde überhaupt stattgefunden. Und wisst ihr was? Ich würde es wieder tun! Der Austausch hier und auf Twitter und das Lesen eurer eigenen Blogbeiträge hat den Roman für mich zu einem größeren Vergnügen gemacht.

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[Leserunde] #Ecolesen: „Ketzer“-Gruppen im Überblick

Beitrag 4
In welchem nicht der inhaltliche Fortgang der Geschichte geschildert, sondern eine Übersicht der namentlich bekannten sogenannten Ketzergruppierungen dargeboten wird.

In Umberto Ecos „Der Name der Rose“ tauchen immer wieder verschiedene Ketzergruppierungen auf. Ein Thema, das den jungen Novizen Adson fasziniert und das die älteren Mönche ihm nur schwer auseinanderzusetzen wissen. Einige Gruppen spielen im weiteren Verlauf eine größere Rolle; oft betreibt Eco nur Namedropping. Hier habe ich versucht, die wichtigsten Informationen zu den einzelnen im Teil „Dritter Tag – Nona“ genannten Gruppen zusammenzutragen. Vieles fand ich in der Online-Enzyklopädie, einiges auf anderen Webseiten. Weiterführende Informationen in den Kommentaren sind wie immer willkommen!

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[Leserunde] #Ecolesen: Der erste Eindruck

Beitrag Eins
Worin der erste Eindruck zum Roman im Allgemeinen festgehalten und besonderes Augenmerk auf den ersten Tag der Geschehnisse gelegt wird

Herzlich willkommen zur Eco-Leserunde! Passend zum Osterfest starten wir mit dem gemeinsamen Lesen. Die Vielzahl eurer Zusagen hat mich sehr gefreut. Einige haben „Der Name der Rose“ schon gelesen, einige lesen den Roman wie ich zum ersten Mal. Ich bin gespannt auf eure Eindrücke und würde mich über eine Diskussion in den Kommentaren freuen. Verlinkt dort gern auch eigene Beiträge zur Leserunde.

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Elif Shafak: Der Geruch des Paradieses (2016)

Zwischen Meeresfrüchten und Pralinen im Kreise der Istanbuler High Society stellt sich die dreifache Mutter Peri nur eine Frage: Wo ist Gott? Aufgewachsen zwischen tiefreligiöser Mutter, kemalistischem Vater, marxistischen und nationalistischen Brüdern, beginnt schon als Kind über philosophische Fragen nachzudenken. Von klein auf treibt sie die Frage um, warum Gott, so es ihn oder sie denn gibt, das Schlechte in der Welt geschehen lässt. Die Theodizee in Romanform. Dann beginnt sie als junge Frau ein Studium in Oxford. Als das Seminar „Gott“ zur Wahl steht, ist Peri Feuer und Flamme. Doch schon bald merkt sie, dass „Gott“ und ihre neuen Bekanntschaften sie in ihren Grundfesten erschüttern.

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Ich habe schon seit langer Zeit mehr kein Buch gelesen, in dem ein Protagonist die Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes als wesentlich für sein Dasein empfindet. Es war erfrischend und bereichernd, sich – hier anfangs aus Sicht des Islam und der islamischen Mystik, dann religions- und ideologieübergreifend – in Romanform mit philosophischen und theologischen Fragen zu befassen.
Mich hat es keinen Augenblick lang gewundert, als ich später gelesen habe, Shafaks Bücher seien in der Türkei heftig umstritten. Sie spart nicht mit Gesellschaftskritik und diskutiert besonders Nationalismus, patriarchale Strukturen und ein antiquiertes Verständnis des Islam. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund:

„‚Was sie da von sich geben, klingt nach reiner Paranoia‘, sagte sie leise. ‚Europäer, Westler, Russen, Araber … Wenn Sie diese Leute kennen würden – nicht als Kategorie, sondern individuell –, würden Sie besser sehen, dass wir alle einen Körper und eine Seele besitzen und mehr oder weniger gleich sind.‘ Sie stockte. ‚Uns selbst erkennen können wir nur im Gesicht des … anderen.‘“

Besonders anschaulich gelingt Shafak die Schilderung Peris innerer Zerrissenheit. Neben ihren Freundinnen „der Sünderin“ und „der Gläubigen“ sieht sie sich als Verwirrte. Sie ist erschöpft von den immer neuen Fragen, die sich ihr in ihren Studien stellen. Antworten erhält sie nur wenige. Weit weg von zu Hause, dazu geboren in eine Religion, die unter Beschuss steht, gelingt es der introvertierten und nachdenklichen Peri nicht immer, gut auf sich selbst zu achten.

„Wie ein geschickter Schneider hatte die Zeit die beiden Stoffe, die Peris Leben umhüllten, scheinbar nahtlos zusammengenäht: das, was die anderen von ihr dachten, und das, was sie von sich hielt. Diese beiden Stoffe bildeten ein so perfektes Ganzes, dass sie nicht mehr sagen konnte, wie viele Stimmen eines jeden Tages von den Erwartungen an sie bestimmt waren und wie viele von dem, was sie wirklich wollte.“

Shafaks Sprache ist wunderbar. Als sie das Make-up einer Figur als „Fahne eines Landes in Aufruhr, das nicht nur seine Unabhängigkeit, sondern auch seine Unberechenbarkeit erklärt hatte“ beschreibt, war ich vollends überzeugt. Die Autorin findet einen eigenen Ton zwischen den eher nüchternen Betrachtungen eines Entwicklungsromans und blumigen Anklängen als Hommage an nahöstliche Poesie. Dass die Handlung gegen Ende des Buches für meinen Geschmack ein wenig zu viel Fahrt aufnimmt, tut der Begeisterung für diese Geschichte keinen Abbruch. Elif Shafak ist eine wichtige Stimme der europäischen Literatur: kritisch, politisch und versöhnend. „Der Geruch des Paradieses“ war mein erstes, bestimmt aber nicht mein letztes Buch von ihr.


Elif Shafak, Der Geruch des Paradieses (OT: Havva’nın Üç Kızı, deutsche Ausgabe aus dem Englischen von Michaela Grabinger), verschiedene Ausgaben.

Weitere Meinungen zum Buch bei
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Sex and the City Anfang der Dreißiger? Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen (1932)

Die achtzehnjährige Doris liebt das Leben und die Männer. Deshalb zieht es sie aus der mittleren Stadt nach Berlin. Wenn nur das Ankommen nicht so schwierig wäre! Wenn man doch eine Ausbildung und Geld in der Tasche hätte! Aber wozu gibt es die Männer, die einem Restaurantbesuche und auch sonst so einiges spendieren? Ist das Sex and the City Anfang der 30er Jahre?

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Freche Sprache und anzüglicher Witz

Auf die Schriftstellerin Irmgard Keun und ihr turbulentes Leben bin ich erst durch einen ausführlichen Beitrag auf dem Blog Sätze&Schätze aufmerksam geworden. „Das kunstseidene Mädchen“ wurde notiert und geriet dann für einige Zeit in Vergessenheit. Umso erstaunter war ich, als ich das Buch aufschlug und in einen Strudel aus schnippischer Sprache und frechem, auch mal anzüglichem Witz, geriet. Großartig ist die Stelle, an der Doris ihren Chef von den nicht vorhandenen Kommata in ihrem Schreiben ablenken möchte – um jeden Preis:

„Und musste das Pickelgesicht darum ablenken und machte ein Nasenflügelbeben wie ein belgisches Riesenkaninchen beim Kohlfressen.“

Die Figur der Doris ist herrlich ambivalent: Sie lügt, stiehlt und lässt sich guten Gewissens aushalten; dann wiederum wirkt sie zerbrechlich, selbstbewusst und ihrem Lebenswandel und politischen Desinteresse so weit von der Ideologie der erstarkenden Nationalsozialisten entfernt, dass man ihr schon allein deshalb Sympathie entgegenbringt. Ihre Aufzeichnungen sind unbefangen; die Goldenen Zwanziger klingen noch nach in ihrem Lebenshunger und der Suche nach Vergnügen, nach schönen Kleidern und dem Wunsch, in Berlin ein Glanz zu werden. In vielem ähnelt Keuns Doris der Figur Charlotte Ritter aus der Serie Babylon Berlin.

Kunstseiden oder halbseiden?

Doch auch den Schmutz und das Elend der großen Stadt lässt sie nicht aus: Berlin am Ende der Weimarer Republik frisst sie auf. Arbeitslosigkeit, Hunger, keine Bleibe – die Bedingungen, ein Glanz zu werden sind beileibe nicht die besten. Fehlende Aufstiegschancen aufgrund geringer Schulbildung, überhaupt die Schwierigkeit, als Frau eine Arbeit zu finden und dabei anständig zu bleiben. Von kunstseiden zu halbseiden ist es nur ein kleiner Schritt.

„Wenn eine junge Frau mit Geld einen alten Mann heiratet wegen Geld und nichts sonst und schläft mit ihm stundenlang und guckt fromm, dann ist sie eine deutsche Mutter und eine anständige Frau. Wenn eine junge Frau ohne Geld mit einem schläft ohne Geld, weil er glatte Haut hat und ihr gefällt, dann ist sie eine Hure und ein Schwein.“

Irmgard Keun schreibt Sätze, denen man aus ganzem Herzen zustimmen möchte, die man auch aufgrund ihrer kreativen Grammatik für authentisch hält und aus denen der Humor lacht. Sie schreibt aber auch Sätze, denen man widersprechen möchte, weil sie naiv oder altklug daherkommen. So oder so, eins ist ihr Buch garantiert nicht: altbacken. Denn manchen von Doris‘ Sätzen kann man eine immerwährende Gültigkeit zusprechen. So auch diesem hier:

„Liebe an sich strengt an.“

Irmgard Keun, Das kunstseidene Mädchen, 1932.

[Buchpreis] Worum geht’s beim Man Booker Prize?

Buchpreise gibt es im deutschsprachigen Raum viele und international sowieso. Gestern wurde die Longlist zum Man Booker Prize for Fiction veröffentlicht. Von dem Preis habe ich irgendwann einmal gehört und ich denke vielen, die sich quer durch die Blogs lesen, geht es genauso. Deshalb hier einmal eine Kurzvorstellung der unter dem Namen „Man Booker“ laufenden Preise und ein Blick auf die Longlist.

Man Booker Prize for Fiction

Der Preis wird seit 1969 für Romane in englischer Sprache, die im Vereinigten Königreich publiziert wurden, ausgelobt. Während er zunächst auf Autoren aus den Commonwealth-Staaten, Irland und Südafrika beschränkt war, wird er seit 2014 für englischsprachige Bücher unabhängig von der Herkunft des Autors oder der Autorin verliehen. Die beiden Preisträger der letzten Jahre kamen daher z.B. aus den USA. Im englischsprachigen Raum erhält der Preis große Aufmerksamkeit und ein Platz auf der Shortlist ist für die Nominierten fast eine Garantie für höhere Buchverkäufe und Verfilmungen. Bekannte Preisträger sind u. A. Salman Rushdie (1981), J. M. Coetzee (1983/1999), Ian McEwan (1998), Margaret Atwood (2000) oder Julian Barnes (2011). Im letzten Jahr gewann George Saunders mit „Lincoln in the Bardo“ (erscheint im Mai auf Deutsch) den mit 52.500 Pfund dotierten Preis. Der Gewinner wird jährlich im Oktober in London verkündet.
Ein toller Service sind die für Leser bereitgestellten Buchinformationen über die nominierten Werke mit Hintergrundinformationen, Anregungen und weiterführenden Links.

Man Booker International Prize

Dieser Preis ist besonders spannend, denn hier tauchen immer wieder Bücher aus dem deutschsprachigen Raum auf. Der Man Booker International Prize ergänzt den obigen Preis seit 2005 um Autoren jeglicher Nationalität, deren Werk in englischer Übersetzung erhältlich ist. Bis 2015 wurde der Preis alle zwei Jahre für das Gesamtwerk des Autors verliehen; seit 2015 wird nur noch ein einzelnes Buch ausgezeichnet – dafür aber von nun an jährlich. Das Preisgeld von 50.000 Pfund wird gleichberechtigt zwischen Autor und Übersetzer aufgeteilt. Der Preis betont damit die Wichtigkeit guter Übersetzungen und wertschätzt die Arbeit der Übersetzer, die viel zu oft bei Preisverleihungen (und Buchbesprechungen!) unter den Tisch fällt. Die Longlist zum Preis erscheint im März, die Shortlist im April, der Preisträger wird dann im Mai verkündet. Auch in Deutschland bekannte Preisträger sind z. B. Alice Munroe (2009), Philip Roth (2011) oder Han Kang (2016). Im letzten Jahr wurden David Grossman aus Israel und die Übersetzerin Jessica Cohen für „A Horse Walks Into a Bar“ ausgezeichnet (hier zu einer ausführlichen Besprechung des Werkes bei aus.gelesen).

Hier die Vorstellung der diesjährigen Longlist, hier auch in gedruckter Form.

Golden Man Booker Prize

Um das 50-jährige Jubiläum des Man Booker Prize zu feiern, wird in diesem Jahr zusätzlich zum normalen Prozedere eine Goldvariante verliehen. Eine Jury sucht die ihrer Meinung nach besten Werke aus den letzten fünf Jahrzehnten des Preises aus; über die ausgewählten Werke stimmt dann das Publikum ab. Am 26. Mai erscheint die „Golden Five Shortlist“, über die einen Monat lang abgestimmt werden kann. Anfang Juli wird dann der Gewinner bekannt gegeben. Neben der Ehre eines solchen Literaturjahrzehnte umfassenden Preises, ist er auch ein spannender Gratmesser dafür, welche Bücher sich dauerhaft im Gedächtnis der fünfköpfigen Jury und des Publikums verankert haben. Außerdem sind fünf Bücher eine überschaubare Zahl, die einem auf der Suche nach Lesestoff garantiert auf die Sprünge hilft.

Beim Man Booker Prize finde ich besonders sympathisch, dass die Long- und Shortlists nur wenige Bücher umfassen. Das geht natürlich mit einer rigorosen Auslese im Vorfeld einher, erleichtert uns als Lesern aber die Orientierung im uferlosen englischsprachigen Büchermeer ungemein. Wer nach lesenswerten Neuerscheinungen sucht, die oft nur Monate später auch den deutschsprachigen Markt erobern, sollte den Man Booker Prize im Auge behalten.

Interessiert ihr euch für Buchpreise? Nutzt ihr die Long- und Shorlists auch als Wunschzettelfüller?

 

 

J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe – Anhänge und Register (Erstausgabe 1954)

Die Anhänge geben einen knappen, gut strukturierten Überblick über die Zeitalter vor und die Jahre nach dem Herrn der Ringe. Die ersten drei Zeitalter, die mehrere tausend Jahre umfassen, werden hier anhand von Stammbäumen und Schlachten dargestellt. Wichtige Legenden, die auch – zumindest am Rande – eine Rolle in Tolkiens bekanntestem Werk spielen, finden sich ebenso wie die Hintergründe der Ringgefährten und ein Überblick über die verschiedenen Sprachen Mittelerdes sowie seine Zeitrechnungen.

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Sehr gelungen ist, dass in der deutschen Ausgabe die Anmerkungen des Übersetzers Wolfgang Krege zur Aussprache der deutschen und englischen Wörter beibehalten wurden. Die Ahnentafeln und Alphabete der elbischen Sprachen sind als übersichtliche Abbildungen abgedruckt und verleihen den Anhängen tatsächlich einen Charakter als hilfreiches Nachschlagewerk. Am Ende des Bändchens finden sich dann auch verschiedene Register, jeweils nach Sachen, Orten, Personen/Tieren und Liedern und Gesängen geordnet. Um diese benutzen zu können, muss man allerdings den Herrn der Ringe und das Silmarillion in der Ausgabe des Klett Cotta-Verlages lesen.

Problematisch fand ich die immer wieder eingestreuten Anmerkungen Tolkiens zur „Minderwertigkeit“ verschiedener Völker (von ihm als „Rassen“ bezeichnet). Dabei hat es weniger ungute Assoziationen geweckt, wenn phantastische Völker wie die Elben auf die Menschen u. a. wegen ihrer Kurzlebigkeit hinabsehen, sondern vielmehr, wenn ein Menschenreich auf das andere hinabsieht, weil seine Bewohner dunkle Haut haben und (deshalb) auch charakterlich „verschlagen“ sind. Im Nachgang habe ich einiges zum Rassismus in Tolkiens Werken gelesen, wobei mich das Hauptargument, man müsse die Zeit der Entstehung berücksichtigen, nicht überzeugte. Er schreibt als „Kind seiner Zeit“ ja schließlich auch von starken Königinnen oder einer Kriegerin, die als Mann getarnt den Erzfeind des Königreiches tötet. Man sollte an aus heutiger Sicht problematischen Stellen von Verlagsseite noch Fußnoten einfügen und ggf. auf Briefe Tolkiens oder Sekundärliteratur verweisen, um diese Stellen nicht unkommentiert stehen zu lassen.

Ich habe mich in den Anhängen und Registern durch die klare Struktur und strikte Chronologie gut zu Recht gefunden und eine Menge Neues über Mittelerde und seine Bewohner – insbesondere über die Ringgefährten – gelernt. Natürlich ist das Bändchen nur etwas für Fans von Tolkiens Werken, alle anderen werden die ausführlichen Beschreibungen (wüsste man es nicht besser, würde man Etliches für wahre Geschichtsschreibung halten) langweilen oder nichtssagend erscheinen. Allen Fans aber geben die Anhänge spannende Zusatzinformationen direkt aus Tolkiens Feder.

J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe. Anhänge und Register, aus dem Engl. von Wolfgang Krege, vollständig aktualisierte und überarbeitete Übersetzung, Klett-Cotta 2016, 208 Seiten, 11,95€, ISBN: 978-3-608-93980-4.

Zum Buch auf die Verlagsseite

Die Anhänge erschienen ursprünglich im englischen Original als Teil des Bandes „Die Rückkehr des Königs“ und werden als eigenständiges Buch zusätzlich zur dreibändigen Ausgabe des Herrn der Ringe vom Klett Cotta-Verlag herausgegeben.
Die oben abgebildete Karte von Beleriand ist nicht in den Anhängen enthalten, sondern separat im Klett-Cotta Verlag erschienen.