Eoin Colfer: Artemis Fowl

In diesem Roman des irischen Schriftstellers Eoin Colfer versucht sich Artemis Fowl zum ersten Mal als Meisterdieb. Ziemlich ungewöhnlich für einen Zwölfjährigen, auch wenn dieser auf eine lange Reihe von zwielichtigen Vorfahren zurückblicken kann und nebenbei noch ein unglaubliches Genie ist. Mit dieser erblich bedingten kriminellen Energie und seinem persönlichen Leibwächter und Gehilfen Butler an seiner Seite schmiedet er einen ungewöhnlichen Plan: Er will sich Zugang zu den Geheimnissen des ,,unterirdischen Volks“ verschaffen, um sich an dessen Vermögen zu bereichern. Aber Artemis geht es nicht nur allein um persönliche Bereicherung, er muss ebenso die Fowlsche Familienehre retten. Dabei ist er ganz auf sich allein gestellt, denn sein Vater ist spurlos verschwunden und seine Mutter befindet sich in geistiger Umnachtung.
Doch die Unterirdischen, die seit Jahrhunderten im Verborgenen leben, erweisen sich als widerstandsfähiger als gedacht: Mit hochmoderner Technologie und einem zu allem entschlossenen Militär ziehen die Feenmänner, Elfen und Zwerge los, um den jungen Meisterdieb auszuschalten. Dabei kommt es allerdings zu jeder Menge Kompetenzgerangel und der ein oder anderen Panne…

Fazit: Etwa zur gleichen Zeit wie Harry Potter erschienen, ist die Reihe um den genialen Artemis Fowl leider etwas untergegangen. Dabei steckt schon im ersten Band sehr viel Fantasie, die das Bild, das der Leser von altbekannten Wesen wie Elfen und Kobolden haben mag, gehörig auf den Kopf stellt. Trotz Humor klingt immer wieder leise Kritik am Handeln der Menschen an, das durch Artemis Fowls Skrupellosigkeit nur allzu gut charakterisiert wird. Dem Umfang des Romans entsprechend, erwartet den Leser eine geradlinige Handlung, die sich durch die wenigen Schauplatzwechsel angenehm leicht lesen lässt.
Mit seinem jungen Protagonisten, der immer wieder auch mit kindlichen Regungen dargestellt wird, provoziert Colfer die Sympathie des Lesers. Als Jugendbuch konzipiert, überrascht der erste Fowl-Band an einigen Stellen allerdings mit der Brutalität mit welcher die verschiedenen Figuren vorgehen. Diese Tatsache wird aber durch die unorthodoxen und amüsanten Methoden der Unterirdischen (explosionsartiger Durchfall, dummerweise schleicht sich der Gegner von hinten an) ausgeglichen.

Eoin Colfer: ,,Artemis Fowl“, Paul List Verlag 2001, a. dem Engl. v. Claudia Feldmann, 239 S., 7,95€

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