SuB am Samstag #3

sub3

Bei der Aktion „SuB am Samstag“ von Frau Hauptsachebunt werden samstags einige Bücher aus dem heimischen „SuB“ (Stapel ungelesener Bücher) vorgestellt. Falls jemand eines der vorgestellten Bücher schon gelesen hat, oder gar eine gemeinsame Leserunde starten möchte, melde sie/er sich gern! 

Alain Badiou: Wider den Globalen Kapitalismus

Die westliche Welt ist verunsichert wie schon lange nicht mehr. Die Novemberanschläge von Paris stellen unser eurozentrisches Selbstverständnis radikal auf die Probe. Alain Badiou stellt entscheidende Fragen: Wie konnte es zu den Gewaltexzessen kommen? Wie können westliche Gesellschaften darauf reagieren und dennoch liberale Rechtsstaaten bleiben? Kann es sein, dass fast die ganze Welt längst von einer totalitären, kapitalistischen Logik unterminiert ist – und sich gerade dadurch Gesellschaften radikalisieren? Fest steht: Mehr Polizei wird dieses Problem genauso wenig lösen wie der Rückzug auf nationale Identitätskonzepte. Stattdessen fordert Badiou, dass wir dem globalen Kapitalismus entgegentreten: mit einem neuen politischen Denken, das die herkömmlichen politischen Strukturen überwindet und in eine moderne Form des Kommunismus mündet.

Auf diese Abschrift von einem Vortrag Badious freue ich mich, weil sie – ungeachtet der Streitbarkeit ihrer Thesen – ein strukturiertes, gut durchdachtes Leseerlebnis verspricht, dessen Aktualität außer Frage steht.

Kenzaburo Oe: Der stumme Schrei

Der Autor beschreibt die politische, industrielle und kulturelle Entwicklung Japans seit seiner Öffnung zum Westen im vergangenen Jahrhundert. Obwohl die Handlung zwischen den zwei rivalisierenden Brüdern Nedokoro in Japan spielt, ist der Leser auf detaillierte Kenntnisse über dies Land nicht angewiesen. Bei dem Roman handelt es sich um ein Stück neuester Weltliteratur. Henry Miller äußerte über ihn: »Oe scheint mir, was seine Spannweite zwischen Hoffnung und Verzweiflung betrifft, Dostojewski ähnlich zu sein.« In seiner Kritik schrieb er über den Roman Der stumme Schrei: »Das gewaltigste Werk von Japans erstem wahrhaft modernen Schriftsteller.«

Nach meinem ersten Buch von Oe, Eine persönliche Erfahrung, habe ich mir sofort dieses besorgt. Oes überraschende Metaphern und die tiefe Desillusionierung, von der seine Geschichten geprägt sind, machen seine Werke zwar zu keiner fröhlichen, dafür aber zu einer beeindruckenden Lektüre.

George R. R. Martin: Planetenwanderer

Die Menschheit hat sich in den unendlichen Weiten des Weltalls ausgebreitet. Überall sind neue Siedlungen entstanden, und jede Welt birgt neue Gefahren. Als der interplanetarische Händler Haviland Tuf eines der letzten Saatgutschiffe der Erde erwirbt, beginnt seine Odyssee quer durch den Weltraum. Eine Odyssee, auf der Haviland Tuf vom einfachen Händler zum gefeierten Retter der Menschheit wird. Denn sein Schiff, die Arche, birgt in seiner Gen-Datenbank den Schlüssel, mit dem sich alle Probleme lösen ließen – oder der die Menschheit vernichten kann … Mit Planetenwanderer beweist George R. R. Martin, dass er wie kein Zweiter die Fantastik mit dem Realismus zu vermählen versteht.

Neben seiner weltbekannten Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“ hat Martin auch viele Sci-Fi-Geschichten verfasst, die jetzt nach und nach in deutscher Sprache veröffentlicht werden. Dies hier ist eine davon und soll zu seinen besten gehören. Ich bin gespannt.

 

 

4 Gedanken zu “SuB am Samstag #3

    • Wissenstagebuch schreibt:

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich mag seinen Stil auch, ich finde, dass er bemerkenswert anders schreibt als viele Autoren, denen man sonst über den Weg läuft. Das mag vielleicht mit seiner Herkunft zu tun haben (bei Murakami fallen mir auch immer wieder diese ungewöhnlichen Sprachbilder auf), aber zudem scheut Oe sich nicht davor, die melancholische Schönheit, die er erschafft, wieder durch abstoßende, teils eklige Schilderungen umzukehren.

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