George R. R. Martin: Planetenwanderer

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George R. R. Martin ist seit der Verfilmung seiner Geschichte A Song of Ice and Fire wirklich kein Geheimtipp mehr. Nicht so bekannt sind allerdings seine Science-Fiction-Geschichten, die er lange vor seinem Epos verfasste. Diese Geschichten werden jetzt nach und nach auch auf Deutsch verlegt. Während mir seine Kurzgeschichten bisher nicht zugesagt haben, hat er mit dem Roman Planetenwanderer einen Volltreffer gelandet.

Für alle, die sich wie ich selten ins Science-Fiction-Genre verirren: Seid beruhigt, ausführliche technische Beschreibungen nicht existierender Geräte sucht man hier vergeblich. Auch vor ähnlich blutrünstigen Szenen wie bei Game of Thrones muss man sich nicht fürchten. Vielmehr zündet Martin zündet hier ein wahres Fantasiefeuerwerk mit mal mehr, mal weniger kuscheligen Figuren: Der sehr große und sehr haarlose Händler Haviland Tuf reist durch das Weltall und verkauft geklonte Tiere und Pflanzen an Planeten, die Hungersnöten oder Umweltplagen entgegensehen. Das Ganze zu einem guten Preis und immer mit einem seiner allgegenwärtigen Kätzchen (s.o.) auf dem Schoß.

Dabei wird wenig Wert auf eine ausgeklügelte Gesamtgeschichte des Universums gelegt; der Autor hat eher Idee an Idee in lose zusammenhängenden Geschichten aneinander gereiht. Immer wieder macht er dabei auch Anspielungen auf unsere heutige Welt, die dort bereits seit Jahrtausenden vergangen ist. Ungewöhnliche Kombinationen wie vegetarische Katzenliebhaber und Telenovela-Stars machen den Planetenwanderer zu einem unverwechselbaren und unterhaltsamen Buch und eröffnet den Blick auf einen frühen (die Geschichte erschien erstmals 1986), humorvollen George R. R. Martin.

George R. R. Martin, Planetenwanderer (OT: Tuf Voyaging), Heyne 2013, 511 S., 14,99€.  

Weitere (kritische) Besprechungen zum Buch finden sich bei:
Stille Feder
Reisswolfblog
Legismus – Wir lesen!

4 Gedanken zu “George R. R. Martin: Planetenwanderer

    • Wissenstagebuch schreibt:

      Ich denke, wenn man sonst kein Science Fiction liest, ist der Planetenwanderer wirklich nett, weil kreativ und unterhaltsam. Außerdem verzettelt er sich nicht in technischen Einzelheiten. Der Aufbau der einzelnen Kapitel ist immer sehr ähnlich, vielleicht inspiriert dich das ja zu einer Kurzgeschichte? Falls du dich an Science Fiction probierst, poste hier gern einen Link zu deiner Geschichte.

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