Sowjetunion erlesen: 10 aktuelle Bücher

Lada-Alt

Erst folgt ein Roman auf den anderen, schließlich wird der Wissensdurst so groß, dass Sachbücher her müssen. Und die erscheinen zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution reichlich, eines umfangreicher als das andere. Ganz ähnlich wie Romane zum Thema Nordkorea bietet sich die Geschichte der Sowjetunion eine Bandbreite von möglichen Herangehensweisen: Soll es unterhaltsam zugehen, werden die Marotten Stalins und die schizophrenen Verhaltensweisen, die das System seinen Bürgern abverlangt, in den Vordergrund gerückt. Für Comiczeichner bietet sich das natürlich besonders an.

Dagegen sind Erfahrungsberichte aus den sowjetischen Gulags äußerst schmerzlich zu lesen. Schmerzlicher noch als die nüchterne Herangehensweise der Sachbücher, die dafür ungleich mehr Fakten bieten. Fiktive Lebensgeschichten bieten die Freiheit, sich einige dieser Aspekte herauszugreifen. Kurzum, zur Geschichte der Sowjetunion gibt’s derzeit was für jede Stimmung und jeden Geschmack. Dabei greift der Titel „Russisch lesen“ zu kurz, denn spannende Literatur bieten z. B. auch das Baltikum und der Südkaukasus, insbesondere Georgien mit vielen Neuerscheinungen im Rahmen des Gastlandjahres auf der Frankfurter Buchmesse. Eine kleine Auswahl von Werken der letzten zwei Jahre habe ich hier zusammengestellt.   Weiterlesen

Fünf Bücher aus Guatemala

Zur Reihe „Fünf Bücher – Nischenliteratur und Weitgereistes“

Immer wieder entdecke ich Länder auf der Landkarte, deren Kultur mir völlig unbekannt ist. Wie es sich wohl dort lebt? Was man wohl dort liest? Literaturliebhaber gibt es überall auf der Welt; überall gibt es Menschen, die lesen und schreiben. Nur ein Bruchteil aller Werke wird ins Deutsche übersetzt. Wer auch auf Englisch liest, für den ist der Kreis erreichbarer Literatur schon ungleich größer.
Dann gibt es Bücher, die nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten bekannt sind, weil sie sich einem abseitigen Thema widmen, in kleinen Verlagen erschienen sind, wenig beworben wurden oder weil sie im Strudel der Geschichte verschwanden. Diese Bücher möchte ich aufspüren.

Die Reihe „Fünf Bücher…“ wirft ein Schlaglicht auf die Belletristik aus Staaten und Regionen, die nicht im Fokus der großen Buchmessen stehen oder die literarisch nach solch kurzer Berühmtheit wieder in Vergessenheit geraten sind. Auf Nischenbücher zu Themen, die abseits des breiten Lesepublikums verhandelt werden und über die dennoch geschrieben wird. Die Reihe soll Lust machen, neue Literatur fernab des Gewohnten zu entdecken und bei Interesse selbst mit dem Stöbern zu beginnen. Fünf Bücher können nur einen ganz kleinen Ausschnitt der jeweiligen Literaturszene abbilden, aber vielleicht ist der Funke ja dann schon übergesprungen.
Wo möglich, wird auf Schriftsteller im jeweiligen Land zurückgegriffen, bei Gelegenheit auch auf Exilschriftsteller oder Werke, die in besonderer Weise der Geschichte und Kultur eines Landes verbunden sind. Bitte hinterlasst unbedingt weiterführende Literaturhinweise in den Kommentaren.

Viel Spaß mit dem ersten Beitrag zu Guatemala!

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Traditionelle Masken (photo by pixabay.com)

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