[Ankündigung] Leserunde im April: Umberto Ecos „Der Name der Rose“

Liebe LeserInnen!

Beim Austausch über 18 Klassiker für 2018 haben Elisa von Reisender Bücherwurm und ich beschlossen, Umberto Ecos „Der Name der Rose“ gemeinsam zu lesen. Über  Mitlesende, die Lust auf einen Gedankenaustausch haben, freuen wir uns sehr.

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Hierum geht’s in „Der Name der Rose“

„Der englische Franziskanermönch William von Baskerville ist in einer delikaten politischen Mission unterwegs in eine italienische Benediktinerabtei. Dort gerät er, zusammen mit seinem etwas unbeholfenen, jungen Adlatus Adson von Melk, in einen Strudel von kriminellen Ereignissen und drastischen Versuchungen. Aber nicht umsonst stand William lange Jahre im Dienste der heiligen Inquisition. Das Untersuchungsfieber packt ihn. Er sammelt Indizien, entziffert magische Zeichen, entschlüsselt Manuskripte und dringt immer tiefer in ein geheimnisvolles Labyrinth vor, über das der blinde Seher Jorge von Burgos wacht…“

                                                                                        Klappentext der dtv-Ausgabe

Mittelalter, Kriminalgeschichte, Religion, Philosophie und große Geheimnisse – hier kommt einiges zusammen.

Wann?

Die Leserunde startet am 1. April 2018 und soll einen Zeitraum von etwa vier Wochen umfassen. Falls wir alle bedeutend länger zum Lesen brauchen oder es noch mehr Diskussionsbedarf gibt, verlängern wir.

Was?

An jedem Sonntag werden an dieser Stelle Fragen und Gedanken zum bereits Gelesenen veröffentlicht. Die Fragen könnt ihr für die Diskussion auf euren Blogs aufnehmen – oder einfach eigene Fragen in die Runde werfen.

Auf Twitter können wir uns unter #Ecolesen austauschen.

Das Leserunden-Bild könnt ihr natürlich in euren Beiträgen verwenden.

Wer?

Bloggende mit eigenen Blogs, die Spaß an einer gemeinsamen Klassiker-Leserunde haben. Wer keinen eigenen Blog betreibt oder keine kompletten Beiträge verfassen möchte, kann natürlich auch hier in den Kommentaren und/oder auf Twitter mitdiskutieren.

Bei Interesse hinterlasst einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag und ich verlinke euch in der Teilnehmerliste.

Fragen und Anregungen gern an wissenstagebuch(at)web.de.

Es lesen mit:

@Janin79634484

Adrian

BritLitScout

Lisa Reads

Manuel @loki1978de

Reisender Bücherwurm

Romantastisch

Schnute

Silke @doreMiNaSo

Wissenstagebuch

 

Matthias Oden: Junktown (2017)

Oden_JunktownKommen wir gleich zur Sache: Junktown ist ein verkommenes Drecksloch. In einer dystopischen Zukunft ist der Drogenkonsum oberste Bürgerpflicht und wird von der Einheitspartei genauestens überwacht. Die Bevölkerung setzt sich aus verschiedenen Zuchtreihen mit unterschiedlicher Genqualität zusammen; die Straßen sind leer, denn alle liegen sediert zu Hause rum. Als dann eine Brutmutter, eine riesige Gebärmaschine mit mehreren hundert Föten, umgebracht wird, nimmt sich der Ermittler Solomon Cain des Falles an. Seit sich seine Frau aus Liebe zur Partei den Goldenen Schuss gesetzt hat, kämpft er mit seinen Dämonen – und als seine Ermittlungen voranschreiten bald auch mit dem Staatsapparat.   Weiterlesen

Gabi Kreslehner: Das Regenmädchen

Nahe eines Autobahnrastplatzes schwankt ein junges Mädchen im Abendkleid auf die Fahrbahn. Sie wird von einem Auto erfasst und ist augenblicklich tot. Das Ermittlerduo Felix Herz und Franza Oberwieser wird mit dem Fall betraut, denn der Verdacht liegt nahe, dass jemand den Tod des Mädchens mutwillig herbeigeführt oder zumindest in Kauf genommen hat. Im Verlauf der Ermittlungen tauchen immer mehr Details auf, die den Fall verzwickter und undurchsichtiger machen; der Hintergrund der Toten wirft Licht auf ein lange zurückliegendes Verbrechen.  Dass den Kommissaren bei ihrer Ermittlung häufig das Privatleben dazwischenfunkt, macht die Sache nicht leichter.  Als Franza Oberwieser dann unheimliche Parallelen zu ihrem eigenen Leben sieht, beginnt den beiden die Zeit davonzulaufen.

Fazit: Als ziemlichen Krimineuling hat mich die metaphorische, fast schon poetische, Sprache der Autorin überrascht. Mit kurzen Sätzen und verstörenden Ellipsen gelingt es ihr, das Verbrechen und die Abgründe des Polizistenlebens  eindringlich zu schildern und bei dem Leser ein Kopfkino einzuschalten, das er ob der Genauigkeit der Beschreibungen nur zu gern auch würde abstellen können.

Die Handlung selbst verläuft sehr geradlinig, überraschend ist weniger ihr Verlauf, als vielmehr die Hintergründe des Verbrechens, die gekonnt nur nach und nach beleuchtet werden. Mir persönlich geschah dies etwas zu rasch; durch die Perspektivenwechsel war nur zu schnell klar, wie die Figurenkonstellation in groben Zügen aussah. Trotzdem schaffte Kreslehner es, die Spannung durch die Zugabe kleiner Details und einer Prise Humor und Selbstkritik seitens der Protagonisten aufrecht zu erhalten. Die flüssige Schreibweise stellt den Leser vor keine großen Hindernisse, sodass Gabi Kreslehner mit Das Regenmädchen ein kurzweiliges und unterhaltsames Krimidebüt gelingt.

 

Gabi Kreslehner ,,Das Regenmädchen“, Ullstein HC 2011, 304 S., 18€