2) Das Erste Buch Mose (Genesis): Kapitel 4-7

Das erste Buch Mose (Genesis)
Die Urgeschichte von Welt und Mensch (Kap. 1-11)

Der Bruder erhebt sich gegen den Bruder
Eva gebärt zwei Söhne: Kain, welcher ein Bauer, und Abel, welcher ein Hirt wird. Die Brüder opfern Gott und Gott gefällt Abels Gabe besser, worüber Kain so zornig ist, dass er seinen Bruder hinaus auf die Felder führt, wo er ihn erschlägt. Als Gott von seiner Tat erfährt, vertreibt er Kain vom fruchtbaren Ackerland; er zieht nach Osten von Eden ins Land Nod. Doch er steht noch unter Gottes Schutz. Sollte ihn jemand ermorden, so wird diese Tat sieben Tote in der Familie des Mörders fordern.

Kulturentwicklung und menschliche Überheblichkeit
Kains Frau bringt Henoch zur Welt und Kain gründet eine Stadt mit diesem Namen.
Wo kommt plötzlich Kains Frau her? Bis zu diesem Zeitpunkt werden nur Eva, Adam und ihre beiden Söhne erwähnt.
Nach einigen Generationen finden sich unter Kains Nachkommen auch Musiker und Schmiede und Kains Urururenkel Lamech schwört seinen beiden Frauen, dass für einen Mord an ihm 77 Menschen sterben müssen- ähnlich, wie einst Gott Kain seinen Schutz gewährte.

Ersatz für Abel
Eva bringt noch einen Sohn,  Set, zur Welt und die Menschen beginnen, zu Gott zu beten.

Die Nachkommen Adams durch Set
Adam zeugte Set im Alter von 130 Jahren. Danach zeugte er noch viele weitere Kinder, bis er im Alter von 930 Jahren starb. Es folgt eine Liste der Nachkommen Adams, wobei stets das Alter des Mannes bei der Zeugung und zum Zeitpunkt seines Todes angegeben ist.
Noach wird in der neunten Generation nach Adam geboren und zeugt im Alter von 500 Jahren drei Kinder.

Gott entschließt sich zum Eingreifen
Die Menschen breiten sich über die Erde aus und die „Gottessöhne“ (Wesen aus dem Umkreis Gottes) zeugen mit Menschenfrauen Kinder (welche sich heute als „Nephilim“ in der Mythologie finden). Auch das Geschlecht der Riesen soll aus dieser Verbindung hervorgegangen sein.
Gott sieht, dass die Menschen „schwach und anfällig für das Böse“ sind und begrenzt ihre Lebenszeit auf 120 Jahre. Er hält es für einen Fehler, die Menschen erschaffen zu haben und will sie zusammen mit den Tieren ausrotten.

Gott gibt Noach den Befehl zum Bau der Arche
Noach war im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen ein redlicher und gottesfürchtiger Mann. Er hatte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. Da Gott mit den verdorbenen Menschen abschließen will, gibt er Noach den Befehl, ein großes Schiff, eine Arche, zu bauen. Sie soll dreistöckig, 150m lang, 25m breit und 15m hoch sein. Sie soll von einem Dach überspannt werden und viele Zimmer haben. Gott schließt einen Bund mit Noach, dass er bei der Flut, die Mensch und Tier vernichten wird, gerettet werden soll. Er soll die Arche mit seiner Frau, seinen Söhnen und Schwiegertöchtern bewohnen und jeweils ein Männchen und ein Weibchen jeder Tierart an Bord bringen. Außerdem soll er Futter für die Tiere und Essen für seine Familie lagern.

5 Gedanken zu “2) Das Erste Buch Mose (Genesis): Kapitel 4-7

  1. Michael Kleu schreibt:

    „Die Menschen breiten sich über die Erde aus und die „Gottessöhne“ (Wesen aus dem Umkreis Gottes) zeugen mit Menschenfrauen Kinder (welche sich heute als „Nephilim“ in der Mythologie finden). Auch das Geschlecht der Riesen soll aus dieser Verbindung hervorgegangen sein.“
    Das ist eine Stelle, die mich immer wieder zum Grübeln bringt. Julian Apostata sah in dieser Stelle ein Argument dafür, dass das Judentum und das ihm folgende Christentum nicht wirklich monotheistisch sind.
    Ich könnte mir vorstellen, dass diese Stelle tatsächlich ein Überbleibsel aus der Zeit ist, als die Juden noch mehrere Götter kannten. Von den Erklärungen, die ich bisher in Bibelkommentaren gelesen habe, fand ich jedenfalls noch keine überzeugend.
    Sehr spannend!

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    • Wissenstagebuch schreibt:

      Danke für deinen Kommentar. Es ist schon Jahre her, dass ich diesen Beitrag geschrieben habe; das Thema finde ich immer noch interessant. Über die Nephilim habe ich mal eine (Fantasy-)Trilogie gesehen, die immer zu Ostern (?) lief, so bin ich zum allerersten Mal über die Popkultur auf das Thema gestoßen.
      Zu den historischen Ursprüngen der monotheistischen Religionen habe ich bislang noch überhaupt keine Sekundärliteratur gelesen, hast du da vielleicht noch Literaturtipps? Julian Apostata habe ich vermerkt. Ich schaue immer wieder auf die Seminarpläne der theologischen Fakultät, aber die haben andere Schwerpunkte und konzentrieren sich eher auf Kirchengeschichte, weniger auf die Anfänge.

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      • Michael Kleu schreibt:

        Ich bin durch Julians „Gegen die Galiläer“ auf die Stelle gestoßen. Julian war ja etwa 20 Jahre lang Christ, bevor er überzeugter Heide wurde. Als Kaiser hat er dann das Christentum abzuschaffen versucht (so mehr oder weniger). Im Rahmen dieser Bemühungen hat er dann „Gegen die Galiläer“ geschrieben, in denen er mehrere spannende Stellen aus der Bibel thematisiert. Dadurch, dass er als Christ erzogen wurde, kannte er sich eben sehr gut aus und wusste, wo er seinen Finger reinstecken muss 😉

        Durch diese Stelle angeregt, habe ich dann immer wieder mal in Bibelkommentare reingeschaut, wie die Stelle da erklärt wird.

        Über die Sekundärliteratur muss ich mal nachdenken. Es gibt da, meine ich, eher Werke zum Ursprung jeder einzelnen monotheistischen Religion als zum Monotheismus im Allgemeinen.

        Der Artikel „Monotheismus“ im Neuen Pauly (Enzyklopädie der Antike) ist jedenfalls eine gute Zusammenfassung und bietet auch einiges an Literatur.

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    • skaldenmet schreibt:

      Die Bibelzusammenfassung (die ich jetzt schon seit geraumer Zeit sträflich vernachlässigt habe) habe ich ursprünglich begonnen, damit ich dieses „Buch der Bücher“ endlich einmal komplett lese. Ich weiß, dass es dazu auch Lesepläne gibt, die Zeugen Jehovas haben so etwas, glaube ich. Aber ich kenne mich ja, und dachte, dass es ein größerer Ansporn sei, wenn ich mir vornehme, auch etwas darüber zu schreiben- was ja offensichtlich nicht so gut funktioniert… Andere Schriften würde ich mir auch gern vornehmen, besonders die der großen Religionen, doch erstmal eins nach dem anderen. Danke für den Link-Hinweis. Es finden sich wirklich viele tolle Geschichten. Was man davon glauben will, bleibt natürlich jedem selbst überlassen, aber grundsätzlich wird die Bibel jeden freuen, der gern Geschichten liest. Und dass diese Geschichten immer noch Anziehungskraft ausüben, zeigt sich ja nicht zuletzt daran, dass jetzt wieder Noah in 3D im Kino zu sehen ist. 😀

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